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Region Abruzzo
 
Die Basilika Santa Maria di Collemaggio - (L'Aquila)
Zu Beginn des Jahres 1275 übernachtete Bruder Peter von Morrone in L'Aquila. Er befand sich auf der Rückreise von Lyon, wo er die Anerkennung seines Ordens erhalten hatte. Die Legende erzählt, dass ihm die Heilige Jungfrau im Traum erschienen sei und ihm aufgetragen habe, eine Kirche zu ihren Ehren auf dem Colle di Maggio zu errichten. Die Kirche, deren Bau schwierig war und lange dauerte, wurde am 25. August 1288 geweiht. Infolge der langen Bauzeit und der mehrfach durchgeführten Restaurierungarbeiten weist die Kirche verschiedene Stilelemente auf. Dem heutigen Besucher zeigt sie sich mit ihrer beeindruckenden Fassade mit waagerechtem Abschluss, die erst im Laufe des XVI. Jh. vollendet wurde und durch die geometrische Anordnung aus weißen und rosafarbenen Marmorblöcken ihre Prägung erhält. Die Fassadenfläche ist durch einen vorkragenden Rahmen horizontal geteilt und im oberen Teil durch zwei Wandpfeiler in drei Felder gegliedert. Im mittleren Feld öffnet sich die Rosette mit einer doppelten Reihe von kleinen Säulen und Dreipassbögen. Darunter sind drei Portale (Ende des XIV.- Anfang des XV. Jh.) und zwei runde Fenster mit derselben Säulenverzierung wie die der Rosette. In den Gewänden des Mittelportals befinden sich vierundzwanzig gotische Nischen, die ursprünglich Heiligenstatuen enthielten, von denen heute nur noch vier erhalten sind. Die Archivolten in der Bogenlaibung umrahmen eine mit Fresken bemalte Lünette. An der rechten Seite der Fassade ist ein achteckiger zinnenbekrönter Turm angebaut, der oben eine Terrasse besitzt. Er wurde als äußerer Ambo gebraucht und war bis 1880 gleichzeitig der Sockel des später abgerissenen Glockenturms. An der linken Außenwand befindet sich die Heilige Pforte der Perdonanza, ein elegantes Portal aus dem XIV. Jh. mit dem Stadtwappen darüber. Das Antonio d’Atri zugeschriebene Fresko in der Lünette (XIV. Jh.) stellt die Heilige Jungfrau zwischen den Hl. Johannes dem Täufer und Peter von Morrone dar. Neben der Basilika erhebt sich das Kloster, in dem man den Kreuzgang und den Refektoriumssaal, an dessen Rückwand sich eine dem Künstler Saturnino Gatti (XVI. Jh.) zugeschriebene Kreuzigung befindet, besichtigen kann.
Die Basilika in Form eines lateinischen Kreuzes ist die größte in den Abruzzen. Eine vor kurzem durchgeführte Restaurierung hat das Innere von der späteren barocken Ausstattung befreit und den drei Kirchenschiffen die ursprüngliche Weite mit den hohen Spitzbogenarkaden auf achteckigen Pfeilern zurückgegeben. Die Decke besteht aus sichtbarem Dachgebälk, während der Fußboden im Kosmatenstil das zweifarbige Motiv der weißen und rosafarbenen Steine der Fassade wiederholt. Im Boden befinden sich sehr viele Grabplatten, die meisten für Generaläbte des Zölestinerordens. Der Kirchenraum wird durch eine Reihe von gotischen Fenstern an den Wänden der Seitenschiffe, durch die Rosetten der Fassade und durch Öffnungen in Chorraum und Kuppel erhellt.
In der rechten Seitenwand sind drei gotische Nischen mit Gemälden aus dem XV. Jh. Sie stellen der Reihe nach dar: die Heilige Jungfrau zwischen den Heiligen Apollonia und Agnes, Himmelfahrt und Krönung Mariens und die Kreuzigung. Im selben Seitenschiff befindet sich eine monumentale Orgel (XVIII. Jh.) aus geschnitztem und vergoldetem Holz, deren Empore Flachreliefs mit Szenen aus dem Leben Christi aufweist. Eine Reihe von Ölgemälden von Karl Rutter (XVII. Jh.), einem flämischen Maler, der später Zölestinermönch mit dem Namen Andrea di Danzica wurde, zeigt das Leben von Zölestin V. Drei Bögen führen in das Querschiff, das in drei Apsiden endet. Hier wurde die barocke Ausstattung belassen. Auf dem rechten Altar steht eine Madonna aus bemalter Terrakotta, die von Silvestro dall’Aquila (XVI. Jh.) geschaffen wurde. Seit dem Jahr 1327 beherbergt Santa Maria di Collemaggio die sterblichen Überreste des Hl. Peter von Morrone. Das Marmorgrabmal mit eleganten Formen im lombardischen Renaissancestil schuf Girolamo da Vicenza im Auftrag des Ordine della Lana (Orden der Wolle) im Jahre 1517. Zwei Reihen von kleinen Säulen und Pfeilern umschließen die Urne mit den Reliquien des Heiligen, die zweimal verloren gingen: das erste Mal im Jahre 1528, als die Truppen des Oranierfürsten das silberne ziselierte Kästchen, das in Sulmona gefertigt worden war, mitnahmen, und das zweite Mal 1799, als die Franzosen die neue, aus dem XVIII. Jh. stammende Urne entwendeten. Heute liegen die sterblichen Überreste des Hl. Peter von Morrone, angetan mit den päpstlichen Paramenten in einer Sarg aus Kristall und Silber, die der Goldschmied Luigi Cardilli aus L'Aquila anfertigte. Die Schuhe an den Füßen des Heiligen sind diejenigen, die er während seines kurzen Pontifikats trug.
National park of the Abruzzo - (L'Aquila)
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